Schauspiel und Spiritualität – wie gehört das zusammen?

Spiritualität ist die Suche nach dem Eigentlichen hinter dem, was ich alltäglich für wirklich halte. Dieses Eigentliche heißt Gott oder Wesensnatur oder… – jede Religion hat ihren eigenen Namen dafür.

Eine der fundamentalen Einsichten auf dem spirituellen Weg ist: Das, was ich vordergründig für mich selber halte, ist letztlich gar nicht wirklich. Ich halte mich für die Summe meiner Erinnerungen, Beurteilungen und Pläne. All das macht mein wahres Wesen aber gar nicht aus. Oder wie Zen es ausdrückt: Das Ego ist leer.

Wenn mir das – etwa durch Meditation – schlagartig klar wird, sehe ich im selben Augenblick die Welt nicht mehr durch die Brille meiner Ansichten und Befürchtungen, sondern so, wie sie ist: grenzenlos, frei und vollkommen. Die christliche Mystik nennt das “Wesensschau” oder “Anschauung Gottes”.

Schauspielen ist ein urmenschliches Bedürfnis. Wir wissen alle, wie gern Kinder sich verkleiden. Mich selbst spielerisch zu verwandeln, verändert meinen Blick: auf meinen Körper, mein Selbstbild, auf das Menschsein in der Welt. Diese Veränderung wird nicht durch Nachdenken erreicht, sondern ganz praktisch durch Tun. Schauspielen macht unmittelbar bewusst, dass ich mehr und anderes bin, als ich denke. Keine der Rollen, die ich tagtäglich spiele, sind mein wirkliches Wesen.

Wer bin ich wirklich? Was will ich, was glaube ich? Und wer ist Gott? Um diese Fragen geht es in meinen Kursen und Vorträgen.

Aktueller Termin:
01.-03.04.2012 | Der Weg des Schauspielers | Benediktushof Holzkirchen